In vorbezeichneter Angelegenheit bestelle ich mich laut anliegender Vollmacht für den Beklagten und beantrage, Prozesskostenhilfe wird ebenso Antragstellern wie Antragsgegnern sowohl in gerichtlichen als auch in außergerichtlichen Angelegenheiten, bei Billigkeitsersuchen und in gerichtlichen Streitverfahren gewährt. Sie gilt für jedes Verfahren vor einer ordentlichen Gerichtsbarkeit oder einer Verwaltungsgerichtsbarkeit. Sie kann im Laufe des Verfahrens, für das sie angefragt wird, beantragt werden und, sofern der Antrag zugelassen wird, kann sie rückwirkend zum Tag der Verfahrenseinleitung gelten. Folgende Personen können Prozesskostenhilfe beantragen: Diese Hilfe wird vom Rat der Anwaltskammern von Luxemburg und Diekirch gewährleistet und eröffnet den Anspruch auf die Dienste eines Anwalts und jeder sonstigen Person der Rechtspflege (Notar, Gerichtsvollzieher usw.), deren Beistand im jeweiligen Fall erforderlich ist. Der Antrag auf Prozesskostenhilfe wird vom Anwalt des Antragstellers oder von diesem selbst bei dem Gericht eingereicht, das für das angestrebte Verfahren zuständig ist. Teil des Antrags ist auch eine Erklärung über die wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse des Antragstellers. Das Gericht prüft vorab, ob der vom Antragsteller verfolgte Rechtsstreit Aussicht auf Erfolg hat. Ist ein gerichtliches Verfahren notwendig und ist ein Prozessbeteiligter wirtschaftlich nicht in der Lage, den Prozess finanziell zu tragen, dann kann er einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen. Das setzt voraus, dass er nur über ein geringes Einkommen und auch kein Vermögen verfügt. Prozesskostenhilfe kann zudem jedem ausländischen Staatsangehörigen gewährt werden, dessen finanzielle Mittel für Verfahren in Sachen Asylrecht, Einreise, Aufenthalt, Niederlassung und Abschiebung von Ausländern unzureichend sind. Haftinsassen müssen ihrem Antrag folgende Unterlagen beifügen: Die Einschätzung der unzureichenden finanziellen Mittel von Antragstellern auf Prozesskostenhilfe erfolgt unter Berücksichtigung des gesamten Bruttoeinkommens und des Vermögens des Antragstellers sowie der mit ihm in einem Haushalt lebenden Personen (dabei werden lediglich die erwachsenen Mitglieder der Haushalts berücksichtigt). Das Bundesministerium der Justiz veröffentlicht Belehrungsformulare, die die Strafverfolgungsbehörden gegenüber festgenommenen Personen verwenden können.

Der Antrag auf Bewilligung der Prozesskostenhilfe erfolgt anhand eines beim Zentralen Sozialamt (Service central d`assistance sociale – SCAS) oder auf der Website der Anwaltskammer von Luxemburg (Barreau de Luxembourg) erhältlichen Formulars, das vom Antragsteller zu unterzeichnen und an den Vorsitzenden der örtlich zuständigen Anwaltskammer (Diekirch oder Luxemburg) zu richten ist.